BANI-Leadership: Was Maduros Sturz über modernes CEO-Denken lehrt

Die Maduro-Festnahme zeigt es brutal: Führungskräfte, die in VUCA-Logik denken, machen denselben Fehler wie gestürzte Diktatoren. Warum nur das ganze Gehirn funktioniert.

15 Min. Lesezeit
BANI-Leadership: Was Maduros Sturz über modernes CEO-Denken lehrt
  1. Januar 2026: US-Spezialeinheiten stürmen den Präsidentenpalast in Caracas. Nicolás Maduro, seit Jahren scheinbar unantastbar, wird in 47 Minuten gefasst und nach New York gebracht.

Anklage: Narco-Terrorismus, Drogenhandel, Waffenbesitz.

Das Regime, das stabil aussah, brach über Nacht. Brittle.

Die globale Unsicherheit explodierte – und mit ihr etwas Faszinierendes: Massenhafte Verurteilung. China, Russland, Kuba, progressive Medien, konservative Völkerrechtler – alle verurteilen die USA. Aber hier ist die neurologische Wahrheit: Verurteilung ist kein faktenbasiertes Denken. Es ist emotionale Dissoziation.

Was ich als "das Gute" identifiziere (mein Wertesystem, meine Weltanschauung), wird vom "Bösen" (die anderen, die Verurteilten) abgespalten. Das ist präfrontaler Cortex, der Amygdala-Angst rationalisiert. Anxious.

Monate Druck führten zu plötzlicher Aktion. Nonlinear.

Und jetzt? Alle "verstehen" was passiert – basierend auf gestern. Irak-Vergleiche, Afghanistan-Parallelen, Noriega-1989-Analysen. Meist obsolet. Incomprehensible – nicht weil es zu komplex ist, sondern weil die Welt sich schneller verändert als unser Gehirn lernen kann.

Willkommen in der BANI-Welt.

Und die meisten CEOs führen noch immer, als lebten sie in VUCA.

Das unsichtbare Problem: VUCA ist tot

2018 präsentierte Jamais Cascio sein BANI-Framework zum ersten Mal. Die Reaktion? "Interessant, aber übertrieben."

2020 kam COVID. Plötzlich war BANI keine Theorie mehr, sondern Realität.

2022 kam ChatGPT. 100 Millionen Nutzer in 2 Monaten – das schnellste Wachstum in der Tech-Geschichte. Netflix brauchte 3,5 Jahre für diese Zahl. Facebook 4,5 Jahre. Instagram 2,5 Jahre.

Das ist nicht VUCA (vorhersagbare Volatilität). Das ist BANI:

  • Brittle: Googles Suchmonopol, 20 Jahre stabil, plötzlich bedroht
  • Anxious: CEOs fragen sich panisch "Was bedeutet das für uns?"
  • Nonlinear: Ein Chatbot → komplette Disruption des Wissensarbeiter-Marktes
  • Incomprehensible: Niemand kann verlässlich vorhersagen, wohin das führt

2026 ist die Maduro-Festnahme der nächste Beweis: Die Welt funktioniert nicht mehr nach VUCA-Regeln (Volatility, Uncertainty, Complexity, Ambiguity). Sie ist BANI geworden.

Brittle – Systeme brechen plötzlich, ohne Vorwarnung
Anxious – Ständige Grundangst, nicht nur "Unsicherheit"
Nonlinear – Kleine Ursache → riesige Wirkung
Incomprehensible – Unser Gehirn kann keine verlässlichen Vorhersagen mehr machen

Die brutale Wahrheit? Die meisten Führungskräfte erkennen den Unterschied nicht. Sie planen mit VUCA-Tools für eine BANI-Welt.

Das ist, als würdest du einen Tesla mit einer Dampfmaschine betanken.

Der neurologische Fehler: Das Präfrontale-Cortex-Syndrom

Hier wird es interessant. Denn das gleiche Muster, das VUCA-Denker in BANI-Krisen scheitern lässt, sehen wir im Gehirn:

Westliche Gesellschaften haben versucht, Emotionen aus der Führung zu verbannen.

Warum? Weil wir nie gelernt haben, damit umzugehen.

Das Ergebnis: Wir nutzen fast ausschließlich den präfrontalen Cortex (rationale Planung, logische Analyse) und ignorieren limbisches System (emotionale Verarbeitung) und Amygdala (Gefahrenerkennung).

Neurologische Forschung zeigt: Der präfrontale Cortex funktioniert nur in Kombination mit dem limbischen System. Dixon et al. (2017) beschreiben das als "appraisal-by-content model" – unterschiedliche PFC-Subregionen arbeiten mit verschiedenen emotionalen Inputs zusammen.

Ohne Amygdala-Input kann der PFC keine risikobewussten Entscheidungen treffen.

Ohne limbische Verarbeitung versteht der PFC keine sozialen Dynamiken.

Ohne emotionale Integration ist rationales Denken blind.

Und genau das ist das Problem mit VUCA-Leadership: Es versucht, mit reiner PFC-Logik zu führen. Das funktioniert in stabilen Systemen. In BANI-Umgebungen ist es blindes Gegen-die-Wand-Laufen.

Die Psychologie der Verurteilung: Warum "Gut vs. Böse" neurologisch naiv ist

Beobachte die globalen Reaktionen auf die Maduro-Festnahme:

China: "Schockierend! Völkerrechtsbruch!"
Kuba: "Imperialistischer Akt!"
Progressive Medien: "Illegale Aggression!"
Konservative: "Endlich! Gerechtigkeit!"

Hier ist die neurologische Wahrheit: Diese Reaktionen sind primär nicht rational.

Sie sind emotionale Dissoziationsmechanismen. Der PFC rationalisiert, was die Amygdala bereits entschieden hat:

"Womit ich mich identifiziere = das Gute"
"Was ich verurteile = das Böse (der abgespaltene Teil von mir)"

Das ist nicht faktenbasiertes Denken. Das ist angstbasiertes Denken, verkleidet als moralische Klarheit.

Neurowissenschaftliche Forschung (Adolphs & Damasio, 2015) zeigt: Moralische Urteile entstehen in millisekunden-schnellen Amygdala-Reaktionen. Der PFC rationalisiert danach.

Daniel Kahneman nennt das in "Thinking, Fast and Slow" (2011) System 1 vs. System 2:

  • System 1 (Amygdala/Limbic): Schnell, automatisch, emotional – entscheidet in Millisekunden
  • System 2 (PFC): Langsam, bewusst, rational – rationalisiert die Entscheidung nachträglich

Wir fühlen "richtig" und "falsch" – dann erfinden wir Gründe dafür.

Das Problem? In BANI-Umgebungen führt diese emotionale Dissoziation zu katastrophalen Fehlentscheidungen:

  • Du verurteilst den Konkurrenten (statt seine Strategie zu verstehen)
  • Du verteufelt Regulierungsbehörden (statt mit ihnen zu arbeiten)
  • Du demonisierst kritische Mitarbeiter (statt ihre Warnungen zu hören)

Elite-CEOs erkennen: Verurteilung ist ein Signal, dass dein Gehirn in Angstmodus ist. Nicht ein Zeichen moralischer Überlegenheit.

Die Incomprehensible-Falle: Warum "Verständnis" eine gefährliche Illusion ist

Hier wird es radikal:

Neurologisch betrachtet gibt es kein "Verständnis" – nur zwei Mechanismen:

  1. Akzeptanz: Dein Gehirn akzeptiert, was ist (ohne Vorhersage)
  2. Vorhersage-Illusion: Dein Gehirn macht eine Zukunftsprognose basierend auf alten Daten – und nennt das "Verständnis"

Das Problem? Gestern ist nicht mehr heute.

Dein Gehirn wurde in einer stabilen Welt optimiert. Es funktioniert durch Mustererkennung:

  • "Situation X geschah → Resultat Y folgte"
  • "Wenn Situation X wieder kommt → erwarte Resultat Y"
  • Das fühlt sich an wie "Verständnis"

Aber es ist nur: Vergangene Daten werden auf die Zukunft projiziert.

In einer VUCA-Welt (langsame Veränderung) funktionierte das noch einigermaßen. In einer BANI-Welt (biologisches System auf Steroiden) ist es katastrophal falsch.

Warum Incomprehensible das gefährlichste BANI-Element ist:

Dein Gehirn hat extreme Schwierigkeiten zu akzeptieren, dass es keine verlässlichen Vorhersagen machen kann. Also erfindet es welche – basierend auf gestern.

Das führt zu:

  • CEOs, die 2008-Krisen-Playbooks für 2026-Probleme nutzen
  • Vorstände, die COVID-Lessons auf KI-Disruption anwenden
  • Strategieberater, die "Best Practices" aus stabilen Zeiten verkaufen

Die meisten "verstehen" was passiert – basierend auf Mustern von gestern.

Manche liegen richtig. Die meisten nicht. Aber niemand kann im Voraus wissen, welche Vorhersage zutreffen wird.

Weil die Welt sich schneller verändert, als das Gehirn lernen kann.

Hermans et al. (2014) zeigen: Das Gehirn adaptiert Netzwerke unter Stress – aber mit Verzögerung. In BANI-Geschwindigkeit kommt diese Anpassung zu spät.

Die neurologische Realität: Du lebst in einer Welt, die dein Gehirn biologisch nicht mehr "verstehen" kann – weil sie sich schneller verändert als deine neuronalen Anpassungsmechanismen.

Die Maduro-Parallele: Wenn Regeln brechen

Lass uns die Maduro-Situation durch zwei Linsen betrachten:

Die VUCA-Sicht (Präfrontaler Cortex):
"Die USA haben Völkerrecht verletzt. Das ist illegal. Punkt."

Die BANI-Sicht (Ganzes Gehirn):
Das System war brittle (Maduro's Regime sah stabil aus, brach aber über Nacht). Die Situation war anxious (8 Millionen Venezolaner geflohen, Drogenkrise eskaliert). Die Reaktion war nonlinear (Monate Druck, dann plötzliche Aktion). Und die Konsequenzen? Incomprehensible – nicht weil sie kompliziert sind, sondern weil jede Vorhersage auf gestern basiert.

Was passiert jetzt in Venezuela? Dein Gehirn sucht nach Mustern:

  • "Wie war es in Irak?" (zu alt, nicht anwendbar)
  • "Wie war es in Afghanistan?" (andere Dynamik)
  • "Wie war es bei Noriega 1989?" (andere Welt, andere Geschwindigkeit)

Kein Muster passt. Alle "Experten"-Vorhersagen basieren auf gestrigem Wissen.

Die Welt verändert sich schneller, als das Gehirn lernen kann. Das ist Incomprehensible nicht als "zu komplex", sondern als: "Deine neurologischen Vorhersagemechanismen sind obsolet."

Trump gab Maduro Monate Zeit für würdevollen Rückzug. Kopfgeld stieg von $15M auf $25M auf $50M. 30+ Drogenboote zerstört als Warnung. Aber Maduro blieb in VUCA-Logik gefangen: "Die Regeln schützen mich."

Bis die Regeln nicht mehr galten.

Aber hier ist der entscheidende neurologische Punkt:

Ob du die USA-Aktion verurteilst oder bejubelst, sagt mehr über DEIN Gehirn als über die Situation.

Verurteilungen sind emotionale Akte. Dein limbisches System hat bereits entschieden, was "gut" und "böse" ist – basierend auf Identifikation und Angst. Dein PFC liefert dann die rationalen Gründe:

  • "Völkerrecht!" (wenn du dich mit internationaler Ordnung identifizierst)
  • "Gerechtigkeit!" (wenn du dich mit Anti-Diktatur-Werten identifizierst)
  • "Imperialismus!" (wenn du dich mit Anti-US-Hegemonie identifizierst)

Alle drei können wissenschaftliche Quellen zitieren. Alle drei fühlen sich moralisch überlegen. Alle drei sind neurologisch: Amygdala-Reaktion + PFC-Rationalisierung.

Die Frage ist nicht, ob die USA "richtig" gehandelt haben.

Die Frage ist: Erkennst du, wenn ein System von VUCA zu BANI kippt – UND erkennst du, wenn dein Gehirn emotionale Dissoziation als "moralische Klarheit" verkauft?

Biologische vs. Juristische Systeme: Der fundamentale Unterschied

Hier ist der Kern des Problems:

Juristische Systeme denken wie der präfrontale Cortex:

  • Starre Regeln
  • Klare Definitionen
  • Vorhersagbare Prozesse
  • Lineare Logik

Biologische Systeme funktionieren wie das ganze Gehirn:

  • Feedback-Schleifen
  • Situative Anpassung
  • Kontextabhängige Reaktionen
  • Nonlineare Dynamiken

Das Immunsystem fragt nicht um Erlaubnis, bevor es einen Virus angreift. Es reagiert auf Bedrohung – sofort, adaptiv, organismisch.

Genau so funktioniert BANI-Leadership.

Neurowissenschaftliche Forschung von Salzman et al. (2015) zeigt: Kognition und Emotion sind neurologisch untrennbar. Versuche, nur mit Kognition zu führen, scheitern an der Realität menschlicher Entscheidungsfindung.

Das Problem? Westliche Business-Kultur hat emotionale Intelligenz systematisch abgewertet.

"Sei rational. Lass Emotionen draußen."

Das ist kein Rat für gute Führung. Das ist eine Anleitung zum Scheitern in BANI-Umgebungen.

Das Yoga-Prinzip: Sthira und Sukha (oder: Antifragilität)

In der Yoga-Philosophie gibt es ein Konzept: Sthira und Sukha – Stabilität und Leichtigkeit.

Nicht starr (nur Regeln). Nicht anarchisch (keine Regeln). Sondern dynamisches Gleichgewicht.

Grundprinzipien halten UND situativ anpassen können.

Nassim Nicholas Taleb nennt das in "Antifragile" (2012) anders: Systeme, die nicht nur robust sind, sondern von Stress profitieren. Nicht fragil (brechen unter Druck). Nicht robust (überleben Druck). Sondern antifragil (werden stärker durch Druck).

Das ist neurologisch validiert: Wager et al. (2008) zeigen, dass erfolgreiche Emotionsregulation auf flexiblen Pfaden zwischen PFC und limbischem System basiert.

Nicht PFC allein. Nicht Amygdala allein. Sondern das Zusammenspiel.

Das gleiche gilt für Leadership:

  • Nicht nur Strategie (PFC)
  • Nicht nur Intuition (Limbic)
  • Sondern beides – integriert, flexibel, adaptiv

BANI-Leader verstehen: Regeln sind Werkzeuge, keine Gesetze. Sie gelten, bis sie nicht mehr gelten. Und Stress ist Information, nicht Bedrohung.

Warum Trauma-Therapeuten BANI verstehen

Hier wird es persönlich relevant für Executive Coaching:

Als Trauma-Therapeut arbeite ich täglich in BANI-Umgebungen:

Traumatisierte Systeme sind brittle – Sehen stark aus, brechen bei kleinstem Trigger

Trauma erzeugt Anxiety – Ständige Hypervigilanz, nicht nur "Unsicherheit"

Trauma-Reaktionen sind nonlinear – Kleine Auslöser → massive Reaktionen

Trauma ist incomprehensible – Oft unerklärbar für Betroffene selbst

Neurowissenschaft (Damasio et al., 2000) zeigt: Traumatisierte Menschen haben gestörte PFC-Amygdala-Verbindungen. Sie können rational verstehen, aber emotional nicht verarbeiten.

Genau das passiert bei CEOs in BANI-Krisen:

Sie verstehen die Zahlen (PFC), aber ihre emotionale Verarbeitung (Limbic) ist überfordert.

Das Ergebnis? Lähmung, Prokrastination, schlechte Entscheidungen.

Warum die meisten Executive Coaches BANI nicht verstehen

Hier ist die unbequeme Wahrheit über die Coaching-Industrie:

Die meisten Executive Coaches verkaufen VUCA-Lösungen für BANI-Probleme.

Warum?

1. Sie wurden in stabilen Zeiten ausgebildet

Die klassischen Coaching-Methoden (systemisches Coaching, lösungsorientiertes Coaching, NLP) entstanden in den 80er-90er Jahren. VUCA-Welt. Sie funktionierten damals – weil Veränderung vorhersagbar war.

In BANI-Umgebungen sind sie nicht nur ineffektiv. Sie sind gefährlich.

2. Sie denken psychologisch, nicht neurologisch

"Mindset ändern", "Glaubenssätze auflösen", "Ziele setzen" – alles PFC-Ansätze.

Aber in BANI-Krisen reagiert die Amygdala schneller als der PFC denken kann. Klassisches Coaching erreicht die Ebene nicht, wo die eigentlichen Entscheidungen fallen.

3. Sie versprechen Kontrolle in unkontrollierbaren Systemen

"5 Schritte zu besserer Performance", "Die 7 Gewohnheiten erfolgreicher CEOs" – das sind Vorhersage-Illusionen.

In BANI-Welten gibt es keine 5-Schritte-Pläne. Es gibt Akzeptanz, Integration und adaptive Reaktion.

4. Sie haben keine klinische Ausbildung

Die meisten Executive Coaches haben nie mit traumatisierten Systemen gearbeitet. Sie kennen:

  • Brittle-Systeme nur aus Büchern, nicht aus der Praxis
  • Anxiety nur als "Stress-Management", nicht als neurologische Realität
  • Nonlineare Reaktionen nur theoretisch
  • Incomprehensible nicht als existenzielle Herausforderung

Aber das ändert sich. Jetzt. Mit jedem brittle System, das bricht.

CEOs merken: Klassisches Coaching funktioniert nicht mehr. Die Fragen werden neurologischer. Die Probleme werden existenzieller.

Wer BANI versteht, hat einen massiven Wettbewerbsvorteil.

Die praktische Anwendung: Neurologisches BANI-Leadership

Was bedeutet das konkret für dich als CEO oder Führungskraft?

1. Nutze dein ganzes Gehirn, nicht nur den PFC

Wenn du eine schwierige Entscheidung triffst, frag dich:

  • Was sagt mein Verstand? (PFC)
  • Was sagt mein Bauchgefühl? (Limbic)
  • Was triggert Angst? (Amygdala)

Alle drei Antworten sind valide. Alle drei sind notwendig.

2. Erkenne Verurteilung als emotionales Warnsignal

Wenn du dich dabei ertappst, jemanden zu verurteilen (Konkurrent, Regulierer, Mitarbeiter), frag dich:

  • "Welcher Teil von mir wird hier abgespalten?"
  • "Wovor habe ich Angst?"
  • "Was würde ich verstehen, wenn ich nicht verurteilen würde?"

Adolphs & Damasio (2015) zeigen: Moralische Urteile sind millisekunden-schnelle Amygdala-Reaktionen. Du kannst sie nicht verhindern. Aber du kannst sie erkennen.

Elite-CEOs erkennen ihre Verurteilungen – und nutzen sie als Information statt als Wahrheit.

3. Erkenne Brittle-Momente, bevor sie brechen

Dixon et al. (2017) zeigen: PFC-Subregionen können verschiedene Wert-Inputs verarbeiten. Das bedeutet: Du kannst lernen, frühe Warnsignale zu erkennen.

Frag dich: Wo in meinem Business sieht etwas "zu perfekt optimiert" aus?
Das ist dein brittle point.

4. Manage Anxiety, statt sie zu verdrängen

Neurobiologische Forschung (Hermans et al., 2014) zeigt: Stress verändert großflächige Gehirnnetzwerke. Du kannst Anxiety nicht "wegdenken" (PFC-Ansatz). Du musst sie verarbeiten (limbischer Ansatz).

Konkret: Wenn du Angst vor einer Entscheidung spürst, ist das kein Schwäche-Signal. Es ist ein Informations-Signal.

5. Akzeptiere Nonlinearität

VUCA-Denker suchen lineare Ursache-Wirkung. BANI-Leader wissen: Manchmal führt kleiner Input zu riesigem Effekt.

Das ist neurologisch validiert: Salzman et al. (2015) beschreiben, wie Amygdala-PFC-Interaktionen nonlineare Reaktionen erzeugen.

6. Unterscheide Akzeptanz von Vorhersage-Illusion

Das ist die härteste Lektion für intelligente Menschen:

Schlechte CEOs sagen: "Ich verstehe die Situation" (= Ich habe eine Vorhersage basierend auf gestern)

Elite-CEOs sagen: "Ich akzeptiere, dass ich nicht vorhersagen kann" (= Ich bin präsent mit dem, was IST)

Konkrete Übung:

  • Wenn du "verstehst" was passiert → Frag: "Auf welchen alten Daten basiert mein Verständnis?"
  • Wenn du eine Strategie entwickelst → Frag: "Was passiert, wenn meine Vorhersagen falsch sind?"
  • Wenn Experten dir Sicherheit geben → Frag: "Verkaufen sie mir Akzeptanz oder Vorhersage-Illusion?"

Hermans et al. (2014) zeigen: Das Gehirn kann sich anpassen – aber mit Verzögerung. In BANI-Geschwindigkeit kommt diese Anpassung meist zu spät.

Die neurologische Wahrheit: Du lebst in einer Welt, die sich schneller verändert als dein Gehirn lernen kann. Akzeptiere das – oder scheitere an der Illusion von Verständnis.

7. Entwickle Integrierte Intuition

Nicht "Bauchgefühl vs. Ratio". Sondern: Beides integriert.

Damasio et al. (2000) zeigen: Die besten Entscheidungen entstehen, wenn PFC emotionale Signale aus dem Körper verarbeitet. Das nennt sich "somatic markers."

Du spürst die richtige Entscheidung nicht TROTZ Ratio, sondern DURCH Integration von beidem.

Der Real-Time-Test: Wie würdest du reagieren?

Stell dir vor, du bist CEO eines mittelständischen Unternehmens. Dein CFO, seit 15 Jahren dabei, macht brillante Arbeit. Zahlen stimmen.

Aber du spürst: Etwas ist falsch. Dein Team ist angespannt, wenn er im Raum ist. Talente kündigen innerlich.

VUCA-Reaktion (nur PFC):
"Die Zahlen stimmen. Ich habe keine Beweise. Ich warte auf mehr Daten."

BANI-Reaktion (ganzes Gehirn):
"Meine Amygdala warnt mich. Mein limbisches System liest soziale Signale. Mein PFC sagt 'warte.' Aber in BANI-Umgebungen kann Warten das System brechen lassen."

Die Frage: Vertraust du deinem Verstand oder deinem ganzen Gehirn?

Neurowissenschaftliche Forschung (Adolphs & Damasio, 2015) ist eindeutig: Die besten Entscheidungen entstehen durch Integration aller Gehirnsysteme.

Was jetzt passieren muss: Die neurologische Revolution in Leadership

Wir stehen an einem Wendepunkt.

Die Welt ist BANI geworden. Unwiderruflich.

Führungskräfte haben zwei Optionen:

Option 1: Weiter mit VUCA-Tools führen. Nur PFC nutzen. Emotionen verdrängen. Auf Regeln vertrauen.

Ergebnis: Du wirst der nächste Maduro. Vielleicht nicht politisch, aber geschäftlich.

Option 2: Neurologisches BANI-Leadership entwickeln. Ganzes Gehirn nutzen. Emotionen integrieren. Biologische Prinzipien verstehen.

Ergebnis: Du navigierst Chaos, während andere darin ertrinken.

Die neurowissenschaftliche Evidenz ist überwältigend:

  • Dixon et al. (2017): PFC funktioniert nur mit emotionaler Integration
  • Salzman et al. (2015): Kognition und Emotion sind untrennbar
  • Damasio et al. (2000): Beste Entscheidungen nutzen somatische Marker
  • Hermans et al. (2014): Stress verändert Netzwerke – Anpassung ist möglich

Der Zeitpunkt ist jetzt.

Nicht, weil es "nice to have" wäre. Sondern weil die Alternative Irrelevanz ist.

Die unbequeme Wahrheit für Elite-Executives

Du bist nicht hier, weil du mehr VUCA-Frameworks brauchst.

Du bist hier, weil du spürst: Etwas hat sich verändert.

Die Regeln greifen nicht mehr. Die alten Strategien funktionieren nicht. Dein Verstand sagt eine Sache, dein Bauch eine andere.

Das ist kein Zeichen von Schwäche. Das ist dein neurologisches System, das dir sagt: "Wir sind in BANI."

Die Frage ist: Bist du bereit, dein ganzes Gehirn zu nutzen?

Oder bleibst du in der bequemen Illusion, dass rationale Planung ausreicht?

Maduro dachte auch, die Regeln würden ihn schützen.

Sie taten es nicht.


Neurologisches Leadership für die BANI-Welt

Wenn du erkennst, dass deine Führung nur den präfrontalen Cortex nutzt:


Verwendete Quellen mit URLs:

[1] Cascio, J. (2020). "Facing the Age of Chaos." Medium.
https://medium.com/@cascio/facing-the-age-of-chaos-b00687b1f51d

[2] Cascio, J. (2025). "BANI 2025 — an Overview." Medium.
https://medium.com/@cascio/bani-2025-an-overview-575d92026fe1

[3] Johansen, B., Cascio, J., & Williams, A.F. (2025). "Navigating the Age of Chaos: A Sense-Making Guide to a BANI World that Doesn't Make Sense." Institute for the Future.
https://www.iftf.org/insights/navigating-the-age-of-chaos-a-sense-making-guide-to-a-bani-world-that-doesnt-make-sense/

[4] Dixon, M.L., Thiruchselvam, R., Todd, R., & Christoff, K. (2017). "Emotion and the Prefrontal Cortex: An Integrative Review." Psychological Bulletin, 143(10), 1033-1081.
https://mclab.psych.ubc.ca/wp-content/uploads/2013/10/Psych_Bull_proofs.pdf

[5] Wager, T.D., Davidson, M.L., Hughes, B.L., Lindquist, M.A., & Ochsner, K.N. (2008). "Prefrontal-subcortical pathways mediating successful emotion regulation." Neuron, 59(6), 1037-1050.
https://www.nature.com/articles/s41598-021-97751-0

[6] Salzman, C.D., Paton, J.J., Belova, M.A., & Morrison, S.E. (2015). "Emotion, Cognition, and Mental State Representation in Amygdala and Prefrontal Cortex." Annual Review of Neuroscience, 30, 259-289.
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC3108339/

[7] Damasio, A.R., Grabowski, T.J., Bechara, A., Damasio, H., Ponto, L.L., Parvizi, J., & Hichwa, R.D. (2000). "Subcortical and cortical brain activity during the feeling of self-generated emotions." Nature Neuroscience, 3(10), 1049-1056.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/11017179/

[8] Hermans, E.J., Henckens, M.J.A.G., Joëls, M., & Fernández, G. (2014). "Dynamic adaptation of large-scale brain networks in response to acute stressors." Trends in Neurosciences, 37(6), 304-314.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24766931/

[9] Kahneman, D. (2011). "Thinking, Fast and Slow." Farrar, Straus and Giroux.
https://psycnet.apa.org/record/2011-26535-000

[10] Taleb, N.N. (2012). "Antifragile: Things That Gain from Disorder." Random House.
https://en.wikipedia.org/wiki/Antifragile_(book)

BANI-Leadership. Für CEOs, die ihr ganzes Gehirn nutzen wollen.

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